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 Hertha Koenig
 

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Zuckerkönig

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Aus "Der Zuckerkönig"

in "Der Fährenschreiber von Libau"
von Hertha Koenig:

   ..."Ich war gerade zu Beginn der Rübenernte gekommen. Ein Heer von Arbeitern und Arbeiterinnen war um diese Jahreszeit aus den entlegenen Dörfern herbeigeströmt. Sie kamen in Wagen und wurden in großen Scheunen untergebracht und verpflegt. Die eintönigen Rübenfelder sahen plötzlich aus wie blühende Gärten. Weithin leuchteten die bunten Röcke der unzähligen Mädchen und Frauen.
   ...Die Besuche von Leopold Koenig waren seltener geworden. Wenn er kam, erschien er nicht mehr überraschend in aller Morgenfrühe, um sich von der Leistung seiner Verwalter zu überzeugen... Wir haben uns lange nicht eingestehen wollen, daß es das Alter war, das seinen Schritt verlangsamte. Sein Geist aber war beweglich geblieben. Er war immer noch der Herr über uns alle, der Mann, der sein Werk, seine Schöpfung bis ins letzte durchdringt. Wenn ihm etwas mißfiel, tadelte er es nicht, machte aber darüber witzige, manchmal beißende Bemerkungen. »Von euren großen Sachen verstehe ich nichts«, pflegte er jetzt manchmal zu sagen. Aber über kleine Dinge freute er sich. Entzückt konnte er vor einem Pferdchen aus seinen Gestüten stehen.
   ...Von jeher liebte er nicht, wenn für ihn etwas Besonderes vorbereitet wurde. Nur schwarzer Rettich durfte nie auf seinem Tische fehlen, und abends eine Hafersuppe, die hatte er immer schon »delikat« genannt. Nach wie vor war es wie zu Anfang seines großen Aufstieges seine Gewohnheit, abends mit den Kleidern auch seine Sorgen abzulegen. Darum hatte er den Schlaf eines Kindes behalten, keinem Zugriff der Sorgen erreichbar, noch den Verlockungen des Mammons."

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Gut Böckel


Gut Böckel bei Bieren.
Von Leopold Koenig 1874 für seinen Sohn Carl,
der Vater Hertha Koenigs, gekauft.

 

 

 

 
     

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